IBB Dortmund
IBB Dortmund

Internationales Bildungs- und Begegnungswerk Dortmund

Das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk (IBB) in Dortmund arbeitet seit seiner Gründung in 1986 für Verständigung und Versöhnung zwischen den Völkern.  Ziel ist es, in interkulturellen Begegnungen und in partnerschaftlicher Zusammenarbeit Grenzen nationaler Art, aber auch historische, soziale, kulturelle, religiöse oder weltanschauliche Grenzen zu überwinden.

Jährlich führt das IBB Dortmund über 100 Veranstaltungen und Projekte der politischen Bildung und interkulturellen Begegnung mit Partnern in Osteuropa, im Baltikum, Polen, Tschechien, in den Niederlanden, Italien, in der Türkei u.a. Ländern durch. Zu den zentralen Anliegen gehört es, ein Lernen aus der Geschichte zu fördern und zu einer nachhaltigen Energieversorgung in ganz Europa beizutragen.  Das IBB Dortmund engagiert sich daher für die Entwicklung einer gemeinsamen europäischen Erinnerungskultur, welche die Folgen der Tschernobyl-Katastrophe für die betroffenen Menschen in Belarus, Russland und der Ukraine einbezieht.  Dieses Interesse bildet die Grundlage für die in 2007 begonnene Partnerschaft mit dem Deutsch-ukrainischen Netzwerk (DUN).

Internationale Bildungs- und Begegnungsstätte „Johannes Rau“ Minsk

Die Internationale Bildung- und Begegnungsstätte „Johannes Rau“ Minsk (IBB Minsk) wurde 1994 nach dem Vorbild deutscher Bildungsakademien eröffnet. Sie ist ein deutsch-belarussisches Gemeinschaftsprojekt, das von dem Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk in Dortmund und drei Partnern (Stadt Minsk, Belarus Bank und Reiseagentur Sputnik) in partnerschaftlicher Zusammenarbeit gebaut, getragen und mit Leben gefüllt wird. Zu den inhaltlichen Schwerpunkten gehören die historische Verständigung und Versöhnung, der Dialog und die Kooperation zwischen Belarus und Europa sowie die Entwicklung von Zukunftskonzepten (Lokale Agenda, Ökologie, Erneuerbare Energien).  Dementsprechend setzt sich die IBB Minsk ebenfalls für eine die Tschernobyl-Katastrophe einbeziehende europäische Erinnerungskultur ein und beteiligt sich ebenso wie das Deutsch-ukrainische Netzwerk (DUN) aktiv an den Europäischen Aktionswochen „Für eine gemeinsame Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima“.

Geschichtswerkstatt Minsk

In 2003 baute das IBB Dortmund gemeinsam mit der IBB Minsk sowie dem Verband der jüdischen Gemeinden und Organisationen in Belarus auf dem Gelände des ehemaligen Ghettos Minsk eine Geschichtswerkstatt auf. Hierbei handelt es sich um ein Begegnungszentrum für die noch lebenden Opfer des Nationalsozialismus (Holocaust- und KZ-Überlebende, ehemalige Zwangsarbeiter u.a.). Die Geschichtswerkstatt Minsk führt zahlreiche Veranstaltungen für Lehrer, Schüler und Studenten sowie andere interessierte Besucher aus Belarus und ganz Europa durch, bei denen die Zeitzeugen ihre Lebensgeschichte erzählen. Sie ist außerdem ein Dokumentationszentrum sowie ein Austragungsort für historische Ausstellungen, wissenschaftliche Konferenzen und Seminare. Dementsprechend hat die Minsker Geschichtswerkstatt wichtige methodische Anregungen für den Aufbau der Geschichtswerkstatt Tschernobyl in Charkiw gegeben.

„Sojus Tschernobyl” in Charkiw

Der städtische Liquidatoren-Verband “Sojus Tschernobyl” gehörte zu den ersten Verbänden in der Ukraine, in denen sich ehemalige Katastrophenhelfer und andere Tschernobyl-Betroffene selbst organisiert und für ihre Rechte eingestanden haben. Der Verband engagiert sich seit 1988 für die ca. 23.000 Tschernobyl-Betroffenen in der Region Charkiw. Gemeinsam mit dem Deutsch-ukrainischen Netzwerk (DUN) und dem Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk in Dortmund betreibt er seit 2012 die Geschichtswerkstatt Tschernobyl, in der sich Tschernobyl-Geschädigte (‚Liquidatoren‘, Umsiedler, Witwen von ehemaligen Katastrophenhelfern u.a.) juristisch und sozial beraten lassen können. Der Charkiwer „Sojus Tschernobyl“ ist außerdem aktiv an den Europäischen Aktionswochen „Für eine Zukunft nach Tschernobyl und Fukushima“ beteiligt.